News Herren 2

Manchmal gibt es Spiele, bei denen man bereits nach wenigen Minuten weiss: Heute wird es ein langer Abend für die Nerven. Genau ein solches Spiel entwickelte sich am vergangenen Wochenende zwischen dem SC Frauenfeld 2 und der SG Weinfelden Kreuzlingen. Zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten, lieferten sich über sechzig Minuten einen offenen Schlagabtausch auf Augenhöhe.

Dabei begann die Partie aus Sicht der Gastgeber alles andere als ruhig. Zwar eröffnete der SCF früh das Skore, doch die Gäste aus Weinfelden hielten sofort dagegen. Beide Teams fanden schnell den Weg zum Tor und es entwickelte sich ein munteres Hin und Her.

Dass Frauenfeld in dieser Phase überhaupt auf Augenhöhe blieb, war vor allem dem Zusammenspiel zwischen Verteidigung und Torhüter zu verdanken. Die SCF-Abwehr arbeitete engagiert, störte den Spielaufbau der Gäste früh und zwang sie immer wieder zu Abschlüssen aus ungünstigen Positionen. Und dort, wo sich doch einmal eine Lücke in der Defensive auftat, war Torhüter Wirth zur Stelle. In der ersten Viertelstunde zeigte dieser mehrere starke Paraden. So griff in dieser Phase ein Rad ins andere und sorgten gemeinsam dafür, dass die Weinfelder trotz guter Chancen nicht entscheidend davonziehen konnten.

Offensiv lief es dafür umso besser. Beide Teams fanden immer wieder Lücken in der gegnerischen Defensive und nutzten diese konsequent. Treffer von Känzig, Bornhauser, Seidenglanz oder Ligterink sorgten dafür, dass sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Das Spiel blieb intensiv, temporeich und ausgeglichen.

So überraschte es kaum, dass beim Gang in die Kabine ein völlig ausgeglichenes Resultat auf der Anzeigetafel stand.

Halbzeitstand: 13:13.

Auch nach der Pause änderte sich das Bild kaum. Was folgte, war ein regelrechter Torrausch auf beiden Seiten. Angriff um Angriff fand den Weg ins Netz. Die Offensivreihen spielten sich teilweise in einen Lauf, während die Verteidigungen immer wieder einen Schritt zu spät kamen.

Für die Torhüter beider Teams wurde die zweite Halbzeit zu einer undankbaren Aufgabe. Während sie in der ersten Hälfte noch Akzente setzen konnten, waren sie nun oftmals auf sich allein gestellt. Die Abschlüsse kamen aus allen Positionen und meist frei vor dem Tor. Auch Wechsel auf der Torhüterposition brachten nicht den erhofften Impuls, um der Verteidigung mehr Stabilität zu verleihen.

In der Schlussviertelstunde nahm das Spiel nochmals an Fahrt auf. Chris Känzig und Steven Haug drückten dem Spiel offensiv ihren Stempel auf und sorgten mit wichtigen Treffern immer wieder dafür, dass der SCF den Anschluss halten konnte. Beide Mannschaften schenkten sich Tore im Minutentakt, doch keiner gelang es, den entscheidenden Vorsprung herauszuspielen. Die Verteidigungen fanden schlicht keine Mittel mehr, um dem Spiel eine andere Richtung zu geben.

Rund zehn Minuten vor Schluss sorgte zudem eine Unstimmigkeit zwischen Schiedsrichter und dem Zeitnehmertisch für Verwirrung in der Halle. Nach kurzer Diskussion tauchte plötzlich ein zusätzlicher Treffer auf dem Konto der Gäste auf. Der Unterbruch brachte etwas Unruhe ins Spiel der Frauenfelder, gab zu diesem Zeitpunkt jedoch keinen Anlass zur Annahme, dass er sich spielentscheidend auswirken würde.

Die Schlussphase blieb hektisch und umkämpft. Frauenfeld kämpfte sich immer wieder heran, doch die Gäste aus Weinfelden behielten in den entscheidenden Momenten die Nerven.

Am Ende stand ein denkbar knappes Resultat auf der Anzeigetafel. Ein Arbeitssieg zu Gunsten der Gäste Endstand: 31:32.

Am Schluss entschied halt doch ein einziger Treffer dieses intensive Spiel. Genau jener Zähler, der am Ende den Unterschied machte. Ein leicht fader Nachgeschmack.

Die Leistung des SC Frauenfeld bleibt dabei zweigeteilt und so bestätigte sich einmal mehr eine alte Handballweisheit: 31 erzielte Treffer sprechen zwar für die Offensive. Doch im Handball werden Spiele bekanntlich in der Verteidigung gewonnen.

Autor: Marcel Wirth


SC Frauenfeld H2 – SG Weinfelden Kreuzlingen 31:32
Brauchli: 2 / Bürgisser: 1 / Habersaat: 2 / Haug: 6 / Känzig: 8 / Kollbrunner: 1 / Ligterink: 4 / Pizzini: 0 / Ricci: 0 / Sampiero: 1 / Seidenglanz: 4 / Thalmann: 2 // Torhüter: Frehner / Krieg / Wirth